Waldemar Penner im Interview

WALDEMAR PASTORALREFERNT

Die Meisten aus der Gemeinde kennen und erleben Dich als Prediger, Lehrer, Ansprechpartner in und für die Gemeinde. Doch du warst nicht immer schon Dresdner und du warst auch nicht schon immer Pastoralreferent.
Ganz sicher nicht. Geboren wurde ich einst, zu tiefsten Sowjetzeiten in Koktschetaw in Kasachstan. Als drittes Kind von insgesamt vier Geschwistern. Als ich Fünf war, wanderten meine Eltern mit uns nach Deutschland aus. Als sogenannte Russlanddeutsche hatten wir das Glück der Christenverfolgung zu entfliehen. Über Bielefeld und Köln kamen wir nach Gummersbach. Hier wuchs ich auf und ging zur Schule und das wurde mir zur Heimat.

Hier wurde Dir der Missionsdienst in die Wiege gelegt?
Nicht in die Wiege, aber ins Zimmer. Das musste ich immer räumen, wenn bei uns Missionare zu Gast waren. Mein Vater war in einem Missionswerk tätig und wir hatten ständig Leute zu besuch.

Also Berufswunsch Missionar war ganz klar? Wie kommt dann ein Gummersbacher in das über 500 Kilometer entfernten Dresden?
Nein. Eigentlich wollte ich Elektroniker werden und Elektrotechnik studieren. Aber mit 18 habe ich Jim Elliots Biografie “Im Schatten des Allmächtigen” gelesen. Das hat mich zu tiefst inspiriert. Dorthin zu gehen, wo er gelebt hat, das fand ich spannend.
Die Bibelschule Wiedenest war nicht weit entfernt. Eine Woche vor Schulbeginn habe ich noch Katrin geheiratet und während der Bibelschulzeit wurde dann auch unsere Steffi geboren. Während der Ausbildung brachten wir uns in unserer Heimatgemeinde vor allem in der Jugend- und Kinderarbeit und der Jungschar ein. Der Plan, von hier aus in die Mission zu gehen, ging nicht auf, da unsere Heimatgemeinde in eine Krise geraten war. Und so fragten wir GOTT, was er denn mit uns vorhätte.
Glücklicherweise wurde der Chef meiner alten Firma, die mich eigentlich schon abgelehnt hatte, auf mich aufmerksam und beinahe über Nacht durfte ich wieder als Elektroniker arbeiten. Dann endlich kam eine Anfrage von meinem ehemaligen Wiedenester Werksleiter: „Ihr könnt doch beide Russisch …“ In Donezk wurden Lehrer an einer Bibelschule gebraucht. Dafür aber musste ich einen Masterabschluss machen. Damit ging es zum Studium nach Korntal (bei Stuttgart). Von hier brachte ich nicht nur meinen Masterabschluss in biblischer Theologie mit – sondern auch unser Sohn Janek wurde in dieser Zeit in Stuttgart geboren. Der Weg in die Mission war nun frei, es fehlte nur noch ein Gemeindepraktikum.
Daniel Herm wollte und konnte helfen und holte uns nach Dresden. Die Ältesten haben mir die Gemeindearbeit in allen Ebenen gezeigt. Mit Putzkau und Bischofswerda fanden wir die geldgebenden aussendenden Gemeinden und starteten im August 1999 mit Unterstützung der Humanitären Mission von der Pirnaer Landstraße 6 (unserer damaligen Wohnung in Dresden) als vierköpfige Familie mit einem vollgepackten VW-Bus in die Ukraine. Drei Jahre später kamen wir mit drei Kindern (Lukas war inzwischen geboren) wieder nach Deutschland zurück. Zunächst in Pirna und ein Jahr später in Dresden. Unser Plan war es, nach einem Jahr wieder zurück in den russischsprachigen Raum auszureisen. Doch von GOTT kam kein klares Signal in diese Richtung. Stattdessen erreichte uns eine Anfrage der damaligen Ältesten (in der B19), für den vollzeitlichen Dienst. Aus geplanten drei Jahren wurden inzwischen 15. Nun sind wir Dresdner.

Bleibt noch Zeit für ein Hobby? Ich habe gehört, Du trainierst für den Marathon?
Viertel-Marathon … das reicht. Zum Lesen nehme ich mir die Zeit, auch zum Motorradfahren. Und für die kürzeren Strecken tut es das muskelbetriebene Krad.

Was wäre Dein Traumurlaub?
Mit dem Wohnmobil durch Skandinavien.

Du bist seit mehr als 25 Jahren verheiratet mit Katrin. Wenn Du 100 Euro hättest, ihr eine Freude zu bereiten. Wie würdest du es tun?
Karten für ein Musical, vielleicht in Hamburg, kaufen.

Was magst du an JESUS besonders?
Dass ER mich liebt und akzeptiert, wie ich bin und mit mir SEINEN Weg geht.

Hast du eine Gewohnheit, die dir selbst hilft, mit JESUS in Kontakt zu bleiben?
Seit etwas mehr als einem Jahr ein Tagebuch zu schreiben, weil ich dort alles reinschreibe, was ich mit JESUS erlebe, meine Freuden oder auch Ängste, mal ein Gebet, mal einen Bibeltext, der mich bewegt. Es hilft mir total, etwas schriftlich festzuhalten. Das habe ich mir von meinem Opa abgeschaut.

Eine letzte Frage: Nudel-oder Kartoffelsalat?
Kartoffelsalat, der war letztens so schnell alle…